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Die Regenbogenbrücke
Feedback von der Rainbowbridge
Die Katzennationalhymne
Die Katze
The naming of cats
An eine Katze
Mimi
Von Katzen
Das Besondere der Katzen
Die Katze und der Hund
Das kranke Kätzchen
Geliebte Katze
Die Katze
Die Maus
Die polyglotte Katze
Hund und Katze
Kleine Katzen
Katz und Maus
Versonnen
Spielende Kätzchen
Die Sphinx
Rätselvolle Katze
Katzen kann man alles sagen
Die Katze und ich
Kasper mein Liebling
Das Weihnachtskätzchen
Shadow

Wenn Du der Meinung bist, dass ein bestimmtes Gedicht hier fehlt, dann schicke es mir doch bitte mit Hinweis auf den Autor!


Die Regenbogenbrücke

(Übersetzt aus dem Englischen zur Erinnerung an Maunz 1994, Luzie 1995 und Fridolin 1996
von Christel Wysocki, Autor des Originals unbekannt)

Eine Brücke verbindet den Himmel und die Erde.
Wegen der vielen Farben nennt man sie die Brücke des Regenbogens.
Auf dieser Seite der Brücke liegt ein Land mit Wiesen,
Hügeln und saftigem grünen Gras.
Wenn ein geliebtes Tier auf der Erde für immer eingeschlafen ist,
geht es zu diesem wunderschönen Ort.
Dort gibt es immer zu fressen und zu trinken, und es ist warmes schönes Frühlingswetter.
Die alten und kranken Tiere sind wieder jung und gesund.
Sie spielen den ganzen Tag zusammen.
Es gibt nur eine Sache, die sie vermissen.
Sie sind nicht mit ihren Menschen zusammen,
die sie auf der Erde so geliebt haben.
So rennen und spielen sie jeden Tag zusammen,
bis eines Tages plötzlich eines von ihnen innehält und aufsieht.
Die Nase bebt, die Ohren stellen sich auf, und die Augen werden ganz groß!
Plötzlich rennt es aus der Gruppe heraus und fliegt über das grüne Gras.
Die Füße tragen es schneller und schneller. Es hat Dich gesehen.
Und wenn Du und Dein spezieller Freund sich treffen,
nimmst Du ihn in Deine Arme und hältst ihn fest.
Dein Gesicht wird geküßt, wieder und wieder, und Du schaust endlich
wieder in die Augen Deines geliebten Tieres,
das so lange aus Deinem Leben verschwunden war, aber nie aus Deinem Herzen.
Dann überschreitet Ihr gemeinsam die Brücke des Regenbogens,
und Ihr werdet nie wieder getrennt sein...

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Feedback von der Rainbowbridge

(... von Fiedje)

Wie immer herrschte großes Getümmel am Fuße der Brücke.
Es waren Zweibeiner angekommen. Und die gebärdeten sich natürlich wie immer,
wild. Es ist ja auch kaum zu fassen, auf einmal wieder gesund und stark zu
sein. Schon kaum für die Vierbeiner, erst recht nicht für die hirnlastigen
doublelegs.

"Meine Hunde, meine Hunde ..." von links stürmte ein Zweibeiner heran,
durchschoss die spielenden Katzen und rannte auf drei ihm entgegenstürmende
Hunde zu.

Verloren stand eine junge Frau am Rande des Nebelgürtels. Da war ein
Schnobern zu vernehmen. Ein Pferd, mit stolz erhobenem Kopf kam in leichtem
Trab auf sie zu. Es warf den Kopf und scharrte mit den Hufen. Dann fing es
an zu galoppieren und verharrte mit einem erneuten Schnobern und Kopfwerfen
vor seiner menschlichen Freundin. Er senkte sein Haupt und ließ sich
liebkosen.

Als das strahlende Licht aufging und den Weg über die Brücke wies, sah man
eine lange Kolonne dem Licht zustreben. Menschen gingen mit ihren Tieren auf
das Licht, die Brücke, zu.

Manche hatten nur ein einziges Tier bei sich, andere ein ganzes Gefolge. Das
alles erfolgte in vollkommener Stille, als würde die Welt am Fuße der Brücke
den Atem anhalten.

Dann war alles wieder wie bisher. Der Nebelgürtel teilte sich oft, um
Neuankömmlinge hindurchzulassen.

Das ist der Alltag ... am Fuße der Regenbogenbrücke.

-------

Nun ist so ein Regenbogenalltag ja nicht jeden Tag gleich. Es gibt da schon
Ausreißer.

Manchmal kommen Tiere zur Regenbogenbrücke, die noch nicht bereit sind zur
Überquerung der Brücke. Sie fühlen, dass ihr Leben auf Erden unvollkommen
war bzw. unvollendet blieb.

Und, ihr werdet es kaum glauben, diese Tiere dürfen zurück. Nun ja,
eigentlich wohl mehr ihre Seele.

So zum Beispiel ab dem ersten Mai ...

... weil im Mai geboren wird!

Die ihr verloren habt ...
was ihr euer Eigen glaubtet,
für immer,
gehet schauen,
erhebt das Auge
und sehet ...
die Wahrhaftigkeit
... der Wiedergeburt.


Euer Fiedje, Bundeskatzler

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Die Katzennationalhymne

© Fiedje, 18.10.2000

Wir sind die Katzis, wir sind gerecht,
und von uns Katzen ist keiner schlecht,
drum sollten auch wir und wir ganz allein,
die Herrscher auf Erden sein.

Zwar gibt es auch Dosis, die sind ganz ok,
das sind die Dosis aus der NG,
drum sing' ich mit Inbrunst als Kater dies Lied,
und hoffe, dass bald was geschieht.

Ein bisschen Brekkies und ein paar Dosen,
ein bisschen Ballspiel, ein nettes Kosen,
ein bisschen Rücksicht, wenn wir grad ruhen,
ein bisschen Vorsicht mit großen Schuh'n :-)

Ein bißchen Liebe gibt Zuversicht,
geliebte Katzis, die kratzen nicht,
ein bißchen Sahne, ein bißchen Hühnchen,
ein bißchen Wärme, das wünsch' ich mir…

Ich hoffe bald wird die Macht mit uns sein,
dann stehen wir Katzen nicht mehr allein,
nur auf uns hört die ganze Welt dann,
was ja nur gut sein kann.

Ein bisschen Rechte, auch für die Tiere,
und für die Katzis, die ich regiere.
Dass ihr Menschen uns begreift;
und einen Daumen, der gegengreift!

Ein bisschen Freiheit und frischer Fisch
und freier Zugang zum Dosi-Tisch ;)
Ein bisschen Ruhe für ein paar Stunden
dann etwas Streicheln, das fänd' ich gut.

Singt… miaooo… mit uns das Lied,
damit endlich was geschieht'
Verbot von Entklauen, auch in den Staaten,
doch darauf müssen wir wohl noch warten'
Rechte auch für Schwein und Kuh,

NAMUH NATRETNU ruf' ich euch zu…

Schnurrrrrrrrrrrrrrrrr…

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Die Katze

Charles Baudelaire

In meinem Hirn, als wär's ihr eigner Raum,
Schleicht auf und nieder auf der weichen Tatze
Geschmeidig sanft die schöne, stolze Katze.
Und ihrer Stimme Tun vernimmt man kaum,

So zart und heimlich ist ihr leis Miauen.
Und ob sie zärtlich, ob sie grollend rief,
Stets ist der Klang verhalten, reich und tief
Und Zauber weckend und geheimes Grauen.

Die Stimme, die schwere Perlen sank
In meines Wesens dunkle Gründe nieder,
Erfüllt mich wie der Klang der alten Lieder,
Berauscht mich wie ein heißer Liebestrank.

Sie schläfert ein die grausamsten Verbrechen,
Verzückung ruht in ihr. Kein Wort tut not,
Doch alle Töne stehn ihr zu Gebot
Und alle Sprachen, die die Menschen sprechen.

Auf meiner Seele Saitenspiel ließ nie
Ein andrer Bogen so voll Glut und Leben
Die feinsten Saiten schwingen und erbeben,
Kein anderer so königlich wie sie,

Wie deine Stimme, rätselvolles Wesen,
Seltsame Katze, engelsgleiches Tier,
Denn alles, Welt und Himmel, ruht in ihr,
Voll Harmonie, holdselig und erlesen.

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The naming of cats

T. S. Eliot

The Naming of Cats is a difficult matter,
It isn't just one of your holiday games;
You may think at first I'm as mad as a hatter
When I tell you, a cat must have three different names.
First of all, there's the name that the family use daily,
Such as Peter, Augustus, Alonzo, or James,
Such as Victor or Jonathon, George or Bill Bailey-
All of them sensible everyday names.
There are fancier names if you think they sound sweeter,
Some for gentlemen, some for the dames:
Such as Plato, Admetus, Electra, Demeter-
But all of them sensible everyday names.
But I tell you, a cat needs a name that's particular,
A name that's peculiar, and more dignified,
Else how can he keep up his tail perpendicular,
Or spread out his whiskers, or cherish his pride?
Of names of this kind, I can give you a quorum,
Such as Munkustrap, Quaxo, or Coricopat,
Such as Bombalurina, or else Jellylorum-
Names that never belong to more than one cat.
But above and beyond there's still one name left over,
And that is the name that you never will guess;
The name that no human research can discover-
But THE CAT HIMSELF KNOWS, and will never confess.
When you notice a cat in profound meditation,
The reason, I tell you, is always the same:
His mind is engaged in a rapt contemplation
Of the thought, of the thought, of the thought of his name:
His ineffable effable
Effanineffable
Deep and inscrutable singular Name.

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An eine Katze

Algernon Charles Swinburne

Mein edler Freund, ich bitte sehr:
Komm doch her,
Sitz neben mir und schau mich dann
Mit deinen lieben Augen an,
Mit Augen voller Glanz und Gold;
Dein Blick, so ist er treu und hold.

Dein wundervolles weiches Fell,
Schwarz und hell,
So seidig, üppig, voller Pracht,
Wie Wolkenhimmel in der Nacht
Belohnt die Hand, die dich liebkost,
Mit freundlicherem Glück und Trost.

Die Hunde freunden gerne sich an
Mit jedermann.
Doch du, von lauterer Natur,
Liebst deine wahren Freunde nur,
Berührst mit deiner Pfote mich -
Ja, Lieber, ich verstehe dich.

Was geht wohl vor in deinem Geist -
Ach, wer weiß?
Wenig nur ist uns bekannt.
Trotz unsrem Freundschaftsband.
Vielleicht ist's dem Menschen nur vergönnt,
Daß er das Leben besser kennt.

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Mimi

Heinrich Heine

"Bin kein sittsam Bürgerkätzchen,
Nicht im frommen Stübchen spinn ich.
Auf dem Dach in freier Luft,
Eine freie Katze bin ich.

Wenn ich sommernächtlich schwärme,
Auf dem Dache, in der Kühle
Schnurrt und knurrt in mir Musik,
Und ich singe, was ich fühle."

Also spricht sie. Aus dem Busen
Wilde Brautgesänge quellen,
Und der Wohllaut lockt herbei
Alle Katerjunggesellen.

Alle Katerjunggesellen,
Schnurrend, knurrend, alle kommen,
Mit Mimi zu musizieren,
Liebelechzend, lustentglommen...

Brauchen keine Instrumente,
Sie sind selber Bratsch und Flöte;
Eine Pauke ist ihr Bauch,
Ihre Nasen sind Trompeten.

Sie erheben ihre Stimmen
Zum Konzert gemeinsam jetzo;
Das sind Fugen, wie von Bach
Oder Guido von Arezzo.

Das sind tolle Symphonien,
Wie Capricen von Beethoven
Oder Berlioz, der wird
Schnurrend, knurrend übertroffen.

Wunderbare Macht der Töne!
Zaubertöne sondergleichen!
Sie erschüttern selbst den Himmel,
Und die Sterne dort erbleichen...

Nur das Lästermaul, die alte
Primadonna Philomele,
Rümpft die Nase, schnupft und schmäht
Mimis Singen - kalte Seele!

Doch gleichviel! das musizieret,
Trotz dem Neide der Signora,
Bis am Horizont erscheint
Rosig lächelnd Fee Aurora.

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Von Katzen

Theodor Storm

Vergangenen Maitag brachte meine Katze
Zur Welt sechs allerliebste Kätzchen,
Maikätzchen, alle weiß,
mit schwarzen Schwänzchen.

Fürwahr, es war ein zierlich Wochenbettchen!
Die Köchin aber - Köchinnen sind grausam,
Und Menschlichkeit wächst nicht in einer Küche-,
Die wollte von den sechsen fünf ertränken;
Fünf weiße, schwarzgeschwänzte Maienkätzchen
Ermorden wollte dies verruchte Weib.
Ich half ihr Heim! Der Himmel segne Mir meine Menschlichkeit!

Die lieben Kätzchen,
Sie wuchsen auf und schritten binnen kurzem
Erhobnen Schwanzes über Hof und Herd;
Ja, wie die Köchin auch ingrimmig dreinsah,
sie wuchsen auf,und nachts vor ihrem Fenster
Probierten sie die allerliebsten Stimmchen.
Ich aber, wie ich sie so wachsen sah,
Ich pries mich selbst und meine Menschlichkeit.-

Ein Jahr ist um, und Katzen sind die Kätzchen,
Und Maitag ist's!-
Wie soll ich es beschreiben,
Das Schauspiel, das sich jetzt vor mir entfaltet!
Mein ganzes Haus, vom Keller bis zum Giebel,
Ein jeder Winkel ist ein Wochenbettchen!
Hier liegt das eine, dort das andre Kätzchen,
In Schränken, Körben, unter Tisch und Treppen,
Die Alte gar - nein, es ist unsaussprechlich -
liegt in der Köchin jungfraulichem Bette!

Und jede, jede von den sieben Katzen
Hat sieben, denkt euch!, sieben junge Kätzchen,
Maikätzchen, alle weiß, mit schwarzem Schwänzchen.
Die Köchin rast, ich kann der blinden Wut
Nicht Schranken setzen dieses Frauenzimmers;
Ersäufen will sie alle neunundvierzig!
Mir selber, ach, mir läuft der Kopf davon -
O Menschlichkeit, wie soll ich dich bewahren?
Was fang ich an mit sechsundfünfzig Katzen!?

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Das Besondere der Katzen

John L'Heureux

Katzen treiben sich viel mit Hexen herum;
doch das ist es nicht.

Das Besondere der Katzen ist,
daß sie dich immer anschauen,
vor allem wenn du schläfst.

Manche tun so, als schauten sie nicht,
solange du hinschaust.
Ihnen ist nicht zu trauen.

Manche Katzen schmollen, weil sie
das falsche Fell tragen.
Sie fühlen sich minderwertig.

Andere Katzen schauen dich direkt an,
so daß du nicht deine Milch trinken
oder dich der liebe hingeben kannst,
sondern immer nur denkst,
Die Katze schaut mich direkt an.

Doch alle Katzen tun das Gleiche:
Sie schaun dich an und schaust hin und hinein.

Eine Katze ist kein Gewissen;
das will ich damit nicht sagen.
Ich frage ja nur:
Warum schauen sie so?

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Die Katze und der Hund

William Butler Yeats

Die Katze streifte weit umher,
Und der Mond drehte sich wie ein Kreisel,
Und die beste Vertraute des Mondes,
Die schleichende Katze, blickte empor.
Die schwarze Minnaloushe starrte an den Mond,
Denn wo sie auch ging und klagte -
Das reine, klare Himmelslicht
Trübte ihr tierisches Blut.

Minnaloushe läuft durch das Gras
Und hebt die zierliche Pfote.
Willst du tanzen, Minnaloushe?
Wenn zwei Vertraute sich begegnen,
Was ist dann besser als ein Tanz?

Vielleicht erlernt der Mond,
Des alten Kreislaufs müde,
Einen neuen Reigenschritt.
Minnaloushe kriecht durch das Gras
Im Mondlicht hin und her;
Der heil'ge Mond dort über ihr
Tritt in eine neue Phase ein.

Weiß Minnaloushe, daß ihre Pupillen
Sich gleichfalls ständig wandeln?
Daß sie vom Halb- zum Vollmond werden
Und wieder vom vollen Mond zum halben?

Minnaloushe schleicht durch das Gras,
Alleine, würdevoll und weise,
Und erhebt zum wandelbaren Mond
Ihre wandelbaren Augen.

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Das kranke Kätzchen

Gustav Falke

Kätzchen ist krank,
macht ein traurig Gesicht,
liegt auf der Bank
und rührt sich nicht.

Miau! Ich versteh,
die Maus war zu fett.
Magenweh?
Dann mußt Du zu Bett.

Püppchen hör zu,
dem Kätzchen geht's schlecht.
Ist es Dir recht;
Wir legen's zur Ruh
in Dein Bettchen hinein,
decken's warm zu
und wiegen es ein.

Da schläft's eine Stunde,
verdaut seine Maus
und springt dann gesund
zum Bettchen hinaus.

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Geliebte Katze

William Wordsworth

Du liebst doch Deine Mieterin, die Maus,
Obwohl sie Unheil schafft im Haus.
Du liebst aber auch die "böse" Katze,
Die Todfeindin von Maus und Ratze.
Sie folgt ja nur dem Gesetz ihrer Art,
Und Triebe sind weder blind noch zart.

Sieh nur, wie sie voll Anmut schleicht
auf samtnen Pfoten, leis und weich.
Und ihr Schnurrn am winterlichen Feuer
Ist tröstlich wie der Klang der Leier.

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Die Katze

Heinz Erhardt

Die Katze hat ein gelbes Fell
und sitzt auf meinem Schoße.
Sie mag gern Fisch und eventuell
auch Schmorbraten mit Soße.

Auch fängt sie Mäuse dann und wann
und ab und zu - was seh' ich! -
mal einen Vogel, doch nur dann,
wenn er des Fluges nicht fähig.

Oft bleibt sie meiner Kate fern;
dann weilt sie gegenüber.
Sie hat zwar meine Kate gern;
doch ist ihr 'n Kater lieber.

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Die Maus

Heinz Erhardt

Es wollte eine kleine Maus-
im Keller wohnhaft - hoch hinaus;
und eines Nachts, auf leisen Hufen,
erklomm sie achtundneunzig Stufen

und landete mit Weh und Ach
ganz oben, dicht unter dem Dach.
Dort wartete bereits auf sie
die Katze, namens Doremi.

-Kaum, daß das Mäuslein nicht mehr lebte,
geschah's, daß eine Fledermaus
ein paarmal um die Katze schwebte,
zur Luke flog und dann hinaus.

Da faltete die Katz', die dreiste,
die Pfoten und sprach: "Ei, wie süß!
Da fliegt die Maus, die ich verspeiste,
als Engelein ins Paradies!"

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Die polyglotte Katze

Heinz Erhardt

Die Katze sitzt vorm Mauseloch,
in das die Maus vor kurzem kroch,
und denkt: "Da wart nicht lang ich,
die Maus, die fang ich!

Die Maus jedoch spricht in dem Bau:
"Ich bin zwar klein, doch bin ich schlau!
Ich rühr mich nicht von hinnen,
ich bleibe drinnen!

"Da plötzlich hört sie - statt "miau -
ein laut vernehmliches "wau-wau"
und lacht: "Die arme Katze,
der Hund, der hatse!

Jetzt muß sie aber schleunigst flitzen,
anstatt vor meinem Loch zu sitzen!
"Doch leider - nun, man ahnt's bereits -
war das ein Irrtum ihrerseits,

denn als die Maus vors Loch hintritt -
es war nur ein ganz kleiner Schritt -
wird sie durch Katzenpfotenkraft
hinweggerafft!

Danach wäscht sich die Katze die Pfote
und spricht mit der ihr eignen Note:
"Wie nützlich ist es dann und wann,
wenn man 'ne fremde Sprache kann... "

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Hund und Katze

Wilhelm Busch

Miezel, eine schlaue Katze,
Molly, ein begabter Hund,
Wohnhaft an demselben Platze,
Hassten sich aus Herzensgrund.

Schon der Ausdruck ihrer Mienen,
Bei gesträubter Haarfrisur,
Zeigt es deutlich:
Zwischen ihnen Ist von Liebe keine Spur.

Doch wenn Miezel in dem Baume,
Wo sie meistens hin entwich,
Friedlich dasitzt wie im Traume,
Dann ist Molly außer sich.

Beide lebten in der Scheune,
Die gefüllt mit frischem Heu.
Alle beide hatten Kleine,
Molly zwei und Miezel drei.

Einst zur Jagd ging Miezel wieder
Auf das Feld. Da geht es bumm.
Der Herr Förster schoss sie nieder.
Ihre Lebenszeit ist um.

Oh, wie jämmerlich miauen
Die drei Kinderchen daheim.
Molly eilt, sie zu beschauen,
Und ihr Herz geht aus dem Leim.

Und sie trägt sie kurz entschlossen
Zu der eignen Lagerstatt,
Wo sie nunmehr fünf Genossen
An der Brust zu Gaste hat.

Mensch mit traurigem Gesichte,
Sprich nicht nur von Leid und Streit.
Selbst in Brehms Naturgeschichte
Findet sich Barmherzigkeit.

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Kleine Katzen

James Krüss

Kleine Katzen sind so drollig
Und so wollig und so mollig,
Dass man sie am liebsten küsst.
Aber auch die kleinen Katzen
Haben Tatzen, welche kratzen.
Also Vorsicht! Dass ihr's wisst!

Kleine Katzen wollen tollen
Und die Wolleknäuel rollen.
Das sieht sehr possierlich aus.
Doch die kleinen Katzen wollen
Bei dem Tollen und dem Rollen
Fangen lernen eine Maus.

Kleine Katzen sind so niedlich
Und so friedlich und gemütlich.
Aber schaut sie richtig an:
Jedes Sätzchen auf den Tätzchen
Hilft, dass aus dem süßen Kätzchen
Mal ein Raubtier werden kann.

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Katz und Maus

Irrlicht (?)

Da beißt die Maus den Faden ab
Die Katze kommt, bringt sie auf Trab
Unter Tische, Stühle, Bänke
Wände rauf und unter Schränke.
Rettung naht der Maus dann doch
In runder Form - das Mauseloch.

Die Katze rennt und holt noch auf
Ein Endspurt - doch im vollen Lauf
Verfängt sich was an ihrem Bein
Das kann ja nur der Faden sein
Die Katze strampelt, ist benommen
Die Maus hat noch 'ne Chance bekommen.

Das Loch ist nah, die Maus ist dumm
Bremst ab, ist froh und dreht sich um.
Doch dann passiert's, der Faden reißt
Es kommt, wie's muß, die Katze beißt.
Und die Moral von der Geschichte,
Ein Blick zurück macht's oft zunichte.

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"Versonnen..."

Charles Baudelaire

Versonnen nehmen sie die
edlen Haltungen
der großen Sphinxe ein,
die ausgestreckt
in tiefen Einsamkeiten ruhen
und zu entschlummern
scheinen
in endlosem Traum.

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Spielende Kätzchen

Gustav Falke

Wer möchte nicht ein Kätzchen sein,
hat keine Schule, kein Latein,
braucht nicht zu rechnen, braucht nicht zu lesen.
Ach, die Kätzchen sind glückliche Wesen.

Spielen den ganzen Tag in der Sonne,
jagen sich um die Regentonne,
stossen sich, kugeln sich in den Sand,
linkerhand klapps, klapps rechterhand.

Ach, und sie können kein Hemdchen zerschleissen,
ach, und sie können kein Hemdchen zerreissen,
höchstens, dass sie sich einmal kratzen,
aber dafür sind es auch Katzen.

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Die Sphinx

Autor unbekannt

In einer Zimmerecke wacht,
schon länger, als ich denken kann,
Die schöne Sphinx und schweigt mich an
im Wechselspiel von Tag und Nacht.

Ganz ungerührt und unbewegt
verharrt die finstere Gestalt.
Der Silbermond, der lässt sie kalt,
selbst Sonnenschein sie nicht erregt.

Der Himmel rötet sich und bleicht,
die Flut des Mondlichts steigt und sinkt.
Der Dämmerung es nicht gelingt
und auch der Nacht nicht, dass sie weicht.

Die Zeit verrinnt, Nacht folgt auf Nacht,
und immer noch die Katze träumt;
mit sanften Augen, goldgesäumt,
hält sie auf ihrem Teppich Wacht.

Sie ruht, ihr Katzenauge starrt,
und zu den spitzen Ohren drängt
Das Nackenhaar, mit gelb gesprenkt;
das braune Fell ist seidenzart

... Mein träger Liebling, komm heran,
und leg den Kopf mir in den Schoss,
Damit ich dir den Nacken kos'
und deinen Samtleib streicheln kann ...

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Rätselvolle Katze

Charles Baudelaire

In meinem Hirn, als wär's ihr eigner Raum,
Schleicht auf und nieder auf der weichen Tatze
Geschmeidig sanft die schöne, stolze Katze.
Und ihrer Stimme Tun vernimmt man kaum.

So zart und heimlich ist ihr leis' Miauen.
Und ob sie zärtlich, ob sie grollend rief,
Stets ist der Klang verhalten, reich und tief
Und Zauber weckend und geheimes Grauen.

Die Stimme, die schwere Perlen sank
In meines Wesens dunkle Gründe nieder,
Erfüllt mich wie der Klang der alten Lieder,
Berauscht mich wie ein heißer Liebestrank.

Sie schläfert ein die grausamsten Verbrechen,
Verzückung ruht in ihr. Kein Wort tut not,
Doch alle Töne stehn ihr zu Gebot
Und alle Sprachen, die die Menschen sprechen.

Auf meiner Seele Saitenspiel ließ nie
Ein andrer Bogen so voll Glut und Leben
Die feinsten Saiten schwingen und erbeben,
Kein anderer so königlich wie sie,

Wie deine Stimme, rätselvolles Wesen,
Seltsame Katze, engelsgleiches Tier,
Denn alles, Welt und Himmel, ruht in ihr,
Voll Harmonie, holdselig und erlesen.

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Meine Katze

Peter Frankenfeld

Hier ist mein Geständnis in einem Satze:
Ich habe zu Haus eine kleine Katze!
Sie schnurrt und schmeichelt zu allen Zeiten
und wartet ergeben auf Zärtlichkeiten.

Nur geht sie leider auf eig'ne Faust
zu Nachbarsleuten und stielt und maust.
Die Wurst, das Fleisch - und darin ist sie eigen -
schleppt sie ins Haus, um stolz es zu zeigen.

Ob Brötchen, Gemüse, Sardinen, Salat,
ob Hering, Zitronen, Geflügel, Spinat,
ob Soleier, Fische, ob Käse, ob Speck,
das maust sie den Nachbarn vom Küchentisch weg.

Ich bete, daß nie ein Bestohl'ner aus Wut
dem Kätzchen etwas zuleide tut.
Denn davon leben wir königlich:
meine Frau, die Kinder, die Katze - und ich.

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Katzen kann man alles sagen

Josef Guggenmos

Auf der Treppe saß ein Mädchen,
ein graues Kätzchen auf dem Schoß.
"Dreimal drei ist zwölfundzwanzig",
flüsterte es ihm ins Ohr.
"Aber ja nicht weitersagen!"
Ernst sah es das Kätzchen an.

Keine Sorge! dacht ich,
als ich's im Vorübergeh'n vernahm.
Katzen kann man alles sagen.
Was man auch zu ihnen spricht,
sie verraten kein Geheimnis.
Katzen machen so was nicht!

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Die Katze und ich

Frederick Vahle

Ich sitze da und möchte mich besinnen,
der Stille guten Tag und den vielen
Hin- und Hergedanken lebt wohl sagen
und die Ruhe in mir aufsteigen lassen
wie klare Morgenluft.

Da kommt die Katze
und sieht mich sitzen
mit gekreuzten Beinen ...
setzt sich neben mich,
kreuzt die Pfoten übereinander
und schnurrt.

Manchmal geht ihr etwas durch den Kopf.
Das sieht man an ihrer Schwanzspitze.
Sie atmet ruhig und tief,
das sieht man an ihrem Bauch.
Sie ist hellwach,
kriegt alles mit.

Aber nichts kann sie rühren.
Sie ist einfach nur da
und sonst nichts.
So sitzen wir nebeneinander.
Ich meditiere,
sie medi - tiert.

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Kasper mein Liebling

H. D. Hüsch

Kasper
mein Liebling
liegt immer mitten im Gemüse
und wälzt sich auch gern
wie seine Mutter Pünktchen
in Pfützen
er schnarcht die ganze Nacht
und sitzt tagsüber
meistens neben dem Eisschrank
schaukelt hin und her
und reibt sein rosa Näschen an meiner Hand:
Hol doch Hackfleisch raus!

Er ist aber auch
der gütigste geduldigste und sozialste Kater
den ich kenne
Vielleicht auch der tumbste
ein Parsival
der Parsival von Bretzenheim
er pinkelt hin wo er muß und wo er will
am liebsten auf meine Manuskripte

Kasper mein Kasper

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Das Weihnachtskätzchen

Alexander Conradt

Ich hab an jene Winternacht
auch später oftmals noch gedacht
so viele Jahre liegt's zurück
als ich am Wege fand mein Glück

Kein Mensch kennt bisher die Geschichte
von der ich euch sogleich berichte
sie brachte Kummer mir und Freud
ich spür's im Herzen auch noch heut

Der Wind pfiff heulend um das Haus
ein leises Jammern rief mich raus
wo kam es her in dieser Nacht
welch Schmerz nur hatte es entfacht?

Die Eltern saßen in der Stube
so schlich ich mich als kleiner Bub
zum Haus hinaus - nur kurz geguckt
schon hatte mich die Nacht verschluckt

Der Schnee, er weht ins Gesicht
ich sah die Hand vor Augen nicht
doch lief ich los, am Wald entlang
wo ich es schließlich frierend fand

Ein kleines Kätzchen saß im Schnee
und zitternd schaut es in die Höh'
das Fell, es war schon eingeschneit
und keine Mutter weit und breit

Es sah mich an, war ganz allein
wie konnte das nur möglich sein?
Wer hatte wohl in dieser Nacht
das Kätzchen nur hierher gebracht?

Ich hob es zu mir in die Höh'
befreite es von Eis und Schnee
trug's schnell zu meiner Eltern Haus
- und flog in hohem Bogen raus

Ein Tier im Haus - kommt nicht in Frage
ich dulde keine Katzenplage
drum setz sie sofort vor die Tür
nur ich, mein Sohn, bestimme hier

Des Vaters Worte taten weh
ich ihn noch manchmal vor mir seh'
er nahm das Kätzchen einfach fort
ich weinte still und sagt' kein Wort

So setzte er es vor die Tür
ich haßte ihn so sehr dafür
mau, mau, klang's lang von draußen noch
der Schmerz mir tief ins Herz ´reinkroch

Dann Stille - kein Miauen mehr
ich fühlte mich verzweifelt, leer
es war erlöst, fand Frieden nun
und konnte ewig aus sich ruh'n

Dann schließlich kam die Heilignacht
Geschenke wurden viel gemacht
der Weihnachtsmann bracht Äpfel, Nüsse
die Tanten schenkten feuchte Küsse

Die Fröhlichkeit, sie fiel mir schwer
ich ging zu Bett, im Herzen leer
ich mocht nicht feiern, wollt nicht spielen
tat mich ganz schrecklich einsam fühlen

Der Schlaf kam bald in dieser Nacht
als ich noch einmal kurz erwacht
mein Vater hielt still meine Hand:
Sieh', was ich eben fand!

Der Weihnachtsmann hat's wohl vergessen
er kam zurück kurz nach dem Essen
und meinte, dieses sei für dich
ich dachte erst, da irrt er sich

Der Vater lachte, strahlt' mich an
ich heut' mich noch erinnern kann
in seinem Schoß, ganz klitzeklein
saß mein geliebtes Kätzlein

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Shadow

Charles Baudelaire

I.
In meinem Hirn geht, als wär es ihre Wohnung, eine
schöne Katze spazieren, kraftvoll, sanft und reizend,
Wenn sie miaut, hört man es kaum,

So zärtlich und verstohlen ist der Klang; ob aber ihre
Stimme sich sänftigt oder grollt, stets tönt sie reich und
tief. Das ist ihr Zauber und ihr Geheimnis.

Diese Stimme, die in meine finstere Tiefe perlt
und träuft, erfüllt mich wie wohltauende Verse und erheitert
mich wie ein Heiltrank.

Sie schläfert die ärgsten Leiden ein und enthält alle
Wonnen; um die längsten Sätze zu sagen, bedarf sie
keiner Worte.

Nein, es gibt keinen Bogen, der über das vollkommene
Instrument meines Herzens streicht und königlicher
seine bebende Saite singen machte,

Als deine Stimme, geheimnisvolle Katze, seraphische
Katze, seltsame Katze, in der, gleichwie in einem Engel,
alles von Zartheit wie von Harmonie durchwirkt ist!

II.
Au ihrem blond und braunen Fell steigt ein so süßer
Duft, das eines Abends ich ganz davon durchhaucht
war, als ich einmal, ein einziges Mal nur, sie gestreichelt hatte.

Sie ist der Hausgeist hier; sie richtet, herrscht, begeistert
alle Dinge in ihrem Reich; vielleicht ist sie eine Fee, ist
sie ein Gott.

Wenn meine Augen, die diese geliebte Katze magnetisch
auf sich lenkt, gehorsam wich wenden und ich dann nach
innen blicke,

So seh ich mit Erstaunen das Feuer ihrer bleichen Augen-
sterne - Leuchtzeichen, lebende Opale -, die mich anschaun
unverwand.

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